Argumente zur Initiative"Velofreundliches Wil"
(Eine druckbare Version des gesamten Argumentariums liegt HIER zum herunterladen bereit.)
Ziel
Dem Veloverkehr kommt bei der Bewältigung von
kurzen Distanzen im Alltagsverkehr und als Mittel zur aktiven Erholung eine
besondere Bedeutung zu. Insbesondere Schülerinnen, Jugendliche, Pendler und in
der Stadt einkaufende Wilerinnen und Wiler schätzen die Vorteile dieses
Verkehrsmittels. Die Förderung des Veloverkehrs dient der Erhöhung der
Verkehrssicherheit, der Sicherung von Schulwegen, der Schaffung von effizienten
Pendlerwegen und somit einer verbesserten Attraktivität der Verbindungen für
Radfahrende.
Zudem kann die Energiestadt Wil einen
wesentlichen ökologischen Beitrag leisten und gleichzeitig zur Gesundheit der
Bevölkerung beitragen. Mit Hilfe der Initiative, und den dadurch ausgelösten externen
Fördermitteln kann die Stadt und ihr Strassenraum vom motorisierten
Individualverkehr entlastet und gleichzeitig die Lebensqualität in Wil
gesteigert werden.
Optimierungen im Strassenbereich
Es sind bauliche Massnahmen zur Verbesserung
der Verbindungen und der Verkehrssicherheit schrittweise zu planen und
umzusetzen. Diese sind grösstenteils bereits im Konzept
"Langsamverkehr" von 2004 aufgeführt und vom Stadtrat verabschiedet
worden – die Initiative gibt den Behörden Mittel zur schrittweisen Umsetzung
in die Hand. Möglichkeiten zur konkreten Umsetzung sind:
- Die Hauptverkehrsstrassen sind die direktesten Verbindungen für
den Velo-Pendlerverkehr, insbesondere für Schülerinnen und Schüler.
Deshalb sind entlang dieser Strassen konsequent Sicherungsmassnahmen zu
erstellen. Dies betrifft inbesondere die verkehrsorientierten
Gemeindestrasse sowie die Kantonsstrassen. Dies erhöht auch die Sicherheit
der anderen Verkehrsteilnehmer (Fussgänger und Autofahrende).
- Die Quartiere sowie die Schulen sollen direkt und sicher verbunden
werden. Z. B. die Verbindung im Südquartier ist zu optimieren. Die
momentane nicht allseitig befriedigende Lösung bei der Bahnhofunterführung
müsste verbessert werden, indem entweder die nördliche Einfahrt Radfahrer-
und Fussgängergerecht umgebaut wird, die westliche Unterführung zur
kombinierten Radfahrer/Fussgängerunterführung umgebaut wird, oder eine
Passerelle westlich des Bahnhofs erstellt wird.
- Zusätzliche Radverbindungen gemäss Massnahmenplan Langsamverkehr
wie jene im Breitenloo (Grundstrasse – Badi Weierwiese), eine
durchgehende Verbindung durch das Areal der psychiatrischen Klinik, die
Verbindung entlang der Ulrich-Rösch-Strasse können dank der Initiative
geplant und umgesetzt werden.
- Die Sanierung von gefährlichen Kreuzungen und Kreisel durch
Anpassung der Signalisation, durch Anbringen von separaten
Einspurstrecken, sowie durch Lichtsignalanlagen für Radfahrende ist
systematisch vorzunehmen (s. auch Massnahmenplan Langsamverkehr).
- Gesicherte und überdachte Veloabstellplätze im Bahnhofsbereich und
an anderen publikumsintensiven Orten (z.B. Altstadt, Schulen,
Einkaufszentren) sollen ausgebaut bzw. erstellt werden.
Organisatorische Massnahmen
Die Förderung des Radverkehrs soll auch mit
organisatorischen Mitteln erreicht werden. Es sind dies:
- Innerhalb der Stadtverwaltung wird eine verantwortliche Ansprechsperson für Anliegen von Radfahrenden bezeichnet.
- Bei der Erarbeitung von Verbesserungen soll mit Fachpersonen im Bereich Veloverkehr (z.B. von ProVelo, VCS) zusammengearbeitet werden.
- Der städtische Radwegplan sowie die Massnahmenliste mit Umsetzungsterminen soll entsprechend dem Plan im Konzept "Langsamverkehr" veröffentlicht werden.
- Die Stadt wirbt für das Velofahren als gesunde und stadttaugliche Alternative für Beruf, Schule, Freizeit und Einkauf in der Stadt Wil.
Finanzierung
Die Stadt Wil stellt zur Umsetzung dieser
Massnahmen ein Kostendach von 2 Mio Fr. über einen Zeitraum von 5 Jahren nach
Annahme der Initiative zur Verfügung. Es ist dabei darauf zu achten, dass
kantonale und Bundes-Mittel zur Förderung des Radverkehrs bei konkreten
Projekten angefordert werden können und somit die finanzielle Belastung der
Stadt Wil reduziert werden kann. Bereits in der Finanzplanung berücksichtigte
Projekte werden hierbei aufgeschlossen, damit durch die Initiative auch
wirklich ein zusätzlicher Effekt zugunsten von Sicherheit und Veloverkehr
erzielt werden kann.
Wenn man vergleicht zu den jährlichen
Aufwendung von ca. 5 Mio Fr. im Bereich Strassenbau in Wil ist der Betrag von
durchschnittlich 400'000 Fr. pro Jahr über einen Zeitraum von 5 Jahren
angesichts des Anteils an Wegetappen von zur Zeit schweizweit ca. 6%
und des Potentials von 10% des Radverkehrs im Stadtbereich angemessen.
Erwartete Auswirkungen der Initiative
Folgendes kann eine solche Förderung sichtbar
bewirken:
- Der Anteil Velofahrender soll innerhalb der 5 Jahre um 20% erhöht
werden.
- Dank dieser Massnahmen kann sich die Stadt Wil als
fortschrittliche, attraktive Velostadt schweizweit positionieren.
- Die Anzahl Unfälle mit Beteilungen von Radfahrenden soll reduziert
werden.
- Der motorisierte Verkehr im Stadtzentrum von Wil wird teilweise
auf den Veloverkehr umgelagert, was das Zentrum entlastet.
- Familien mit Kindern getrauen sich wieder auch per Velo auf die
Strassen Wils, womit die motorischen Fähigkeiten der Kinder verbessert
werden und die Fähigkeit sich im Strassenverkehr zu bewegen erhöht wird.

letzte Änderung: DS, 12. 4. 08